Kurzbeschreibung Inseln der Dodekanes
Vor Jahrmillionen versank eine Landbrücke im Mittelmeer, deren Bergspitzen die heutige Linie der Dodekanes bilden. Dicht vor der kleinasiatischen, türkischen Küste, aber zu Griechenland gehörig, bilden diese Inseln eine Brücke zwischen Orient und Okzident.
Bewohnt seit prähistorischer Zeit erlebten sie über die Jahrhunderte die Herrschaft der verschiedensten Völker, beginnend mit den Minoern und den Achäern. Entscheidend für die kulturelle und wirtschaftliche Blüte waren die Dorer, die die Inseln um 1100 v.Chr. vereinnahmten. In den Zeitraum der dorischen Herrschaft fallen die Gründungen und Hochblüten so bedeutender Stätten wie Kamiros und Lindos (Rhodos), Kos (auf Kos), die zusammen mit Halikarnaß (heute Bodrum) und Knidos an der kleinasiatischen Küste die Hexapolis bildeten, einen höchst erfolgreichen Städtebund.
Es folgten die Perserkriege und nach der Niederlage der Perser die Mitgliedschaft im attischen Seebund . Rhodos errang mittels der Vereinigung seiner bedeutendsten Städte politische Macht, Kos erlebte eine Hochblüte der Wissenschaft, als im 4. und 3. Jhr. v. Chr. durch Hippokrates die ärztliche Schule gegründet wurde.
146 v.Chr. übernahmen die Römer die Inseln, die erst 1309 n.Chr. von den Kreuzrittern abgelöst wurden. Die Kreuzritter erkoren Rhodos zu ihrem Hauptquartier, beherrschten aber auch die anderen Dodekanesinseln. Dieser Epoche von Wohlstand und kulturellem Fortschritt wurde 1522 mit der Besetzung durch die Türken ein Ende gesetzt, bis 1912 die Italiener die Inseln eroberten.
Erst 1948 erfolgte die ersehnte Angliederung an das Mutterland Griechenland.
Dodekanes heisst eigentlich "Die 12 Inseln". Genaugenommen und jeden Felsklotz im Meer mitgezählt, bewegt sich die Zahl der Eilande allerdings um 1000! In ausführlichen Griechenlandbüchern finden ungefähr 160 von ihnen Erwähnung, 26 sind bewohnt.
Wir haben die für den Wassersportler und Urlauber nach unserer Meinung interessantesten herausgesucht, bereist und beschrieben und hoffen, dass dem Interessenten unsere Auswahl gefällt.
In dieser CD-Rom finden Sie die Beschreibungen der Inseln Patmos, Arki, Lipso, Agathonisi, Leros, Kalymnos, Kos, Nisiros und Yali, Thilos, Simi, Rhodos, Pserimos (mit Nekrothikes), Astypaläa, Kastellorizon, Chalki und Alimnia.
Zur Abrundung haben wir auch Highlights der türkischen Küste wie Kekova, einige Buchten vor Marmaris, zwischen Datca und Körmen und nahe Bodrum eingefügt. Dies kann natürlich nicht die vollständige CD-Rom
"Türkische Küste zwischen Antalya und Kusadasi"
mit über 3000 Farbbildern, 200 Bucht- und Hafenplänen, Insiderinfos und Beschreibungen ersetzen und soll nur der Groborientierung dienen.
Segelt man zwischen den Dodekanes und der türkischen Küste, so könnten die Unterschiede nicht grösser sein!
Das beginnt schon bei der Natur: saftig grün und mit reichlich Wasser gesegnet in der Türkei, trocken verbrannt (im Sommer) und immer mit Wassermangel kämpfend auf den Inseln. Dies erklärt auch, warum man auf den Inseln Wasser nur gegen Bares erhalten kann (Standardpreis für eine Yacht ca. 20,--DM pro Füllung). Dafür bezaubern die griechischen Inseln mit blitzsauberen weissen, kubischen Häuschen, blau abgesetzt an Fensterrahmen und Türen, mit unzähligen Kirchlein und Klöstern, zwischen denen, Griechenland at it´s best, Popen wandeln. Das kristallklare Wasser lädt allenthalben zum baden ein und ist deutlich kühler als in der Türkei, der Meltemi bläst bei richtiger Törnplanung das Schiff fast von selbst von einem Ankerplatz zum nächsten und wenn dann abends in der Taverna bei Sirtakimusik der Ouzo auf dem Tisch steht, dann ist das Traumurlaub pur.
Aber auch bei den Menschen sind die Unterschiede feststellbar: kann man mit den Türken noch handeln auf Teufel und komm raus, so gestaltet sich die Preisdiskussion beim erstehen von Waren auf den Inseln schon etwas zäher, speziell auf den touristisch voll erschlossenen Inseln ist das (freundliche) Interesse am Besucher nicht mehr sehr ausgeprägt.
Sehr deutlich werden die Unterschiede auch beim einkaufen: mal abgesehen davon, dass man in der Türkei kein Schweinefleisch erstehen kann und das Käseangebot sich meist in Schafs- und Ziegenkäse erschöpft, ist die Türkei DAS Eldorado für Liebhaber von Obst und Gemüse. Die überquellenden Märkte sind ein Fest für die Sinne, welches man bei dem eher mageren Angebot in dieser Richtung auf den Inseln vermissen wird.
Dafür bietet Griechenland für unseren Geschmack definitiv den besseren Wein und auch den Ouzo ziehen wir dem Raki vor. Schinken und Schweinefleisch sind überall in guter Qualität zu bekommen, auch verschiedene Käsesorten und sehr lange haltbares Brot.
Eine Kombination der beiden Gebiete ist daher das Ideale, allerdings soll hierbei immer wieder auf die Notwendigkeit der Ein- und Ausklariererei hingewiesen werden. Chartersegler mögen bitte genauestens ihre Charterfirma hierzu befragen, da sich Regularien ständig ändern, ja sogar von Insel zu Insel und Hafenkapitän zu Hafenkapitän gibt es Eigenheiten, wo es weise ist, sich vorher zu erkundigen. So "glänzte" z.B. im Sommer 98 die Verwaltung von Simi mit erheblichen Schikanen gegenüber den Seglern und sogar vom sonst reibungslosen kleinen Grenzverkehr ohne Formalitäten zwischen Kas (Türkei) und Kastellorizon (Griechenland) scheint man sich in Richtung Papierkrieg verabschieden zu wollen.
Wetterbedingungen/Jahreszeiten
Verpflegung/Einkaufsmöglichkeiten
Ungeziefer kommt schnell an Bord!
Fähren zwischen den Inseln
Ausflüge ins Inselinnere
Flughäfen
Wetterbedingungen/Jahreszeiten
Der Dodekanes verfügt über heisse, trockene Sommer mit Temperaturen um 35°C, Wassertemperaturen um 28°C. Die Winter sind mild und ähneln klimatisch dem sizilianischen Wetter. Regenfälle halten sich auch im Winter in Grenzen, was das Hauptproblem der Inseln, die Wasserknappheit bedingt.
Windverhältnisse
Sommer:
Im Sommer ist der allesbeherrschende Wind der Meltemi, gefürchtet im gesamten östlichen Mittelmeer, wenn er mit Sturmstärke bläst und beliebt bei den Seglern als zuverlässige Tagesbrise. Von Jahr zu Jahr mit kleinen Unterschieden, kündigt er sich im Juni langsam an, bläst mit grösster Stärke im Juli und August, um im September abzuflauen. Im Oktober kann er nochmals einsetzen, aber nicht mit der Heftigkeit des Hochsommermeltemis.
Im Dodekanes kommt er vornämlich aus NW bis W, setzt in den Vormittagsstunden ca. gegen 1000 ein und beschert dem Segler im allgemeinen eine Tagesbrise zwischen 4 und 7 Beaufort, die meist bis in die frühen Abendstunden anhält.
Meltemilage ist immer gegeben, solange in der Südtürkei, bzw. Zypern ein festliegendes Tief und im Balkan ein Hoch liegt.
Der Meltemi muss nicht unbedingt täglich einsetzen, aber wenn er mit Sturmstärke bläst, die auch, besonders in Lee der Inseln einmal Bft.10 erreichen kann, dann kann sich die Sturmdauer durchaus auf 4-9 Tage belaufen.
Generell ist er aber ein verlässlicher Segelwind, nach dem dem man seine Route planen sollte. Sollte es unvermeidbar sein, in den Meltemizeiten nach Norden zu gehen, so bleibt nur frustrierendes aufkreuzen gegen eine ruppige, steile See oder motoren. Dazu empfehlen sich dann die Nachtstunden oder frühen Morgenstunden.
Bei höheren Windstärken erzeugt der Meltemi an den Luvseiten der Inseln eine konfuse See und in Lee um 2 Bft. höhere Windstärken als in Luv, bedingt durch Fallwinde an den meist gebirgig hohen Küsten.
Im offenen Seeraum bläst der Wind meist weniger heftig als im Einfluss der Inseln.
Höchste Vorsicht ist geboten an den Küsten der folgenden Inseln: Astypaläa, Tilos, Nisiros, Kos, Patmos und Kalymnos. Zur Ergänzung sei erwähnt, dass die schlimmsten Kreuzseen und heftigsten Fallwinde um Kasos und Karpathos vorkommen, 2 isolierten Inseln im SW, die wir wegen ihres gefährlichen Wetters und unzureichenden Buchten nicht beschrieben haben.
Frühling und Herbst:
Die vorherrschende Windrichtung ist SE, zumeist um 3-5 Bft., je nach Wetterlage auch mal mehr. Im allgemeinen aber eine relativ starkwindfreie Zeit mit milden Temperaturen um 24°C, Wasser um 20-22°C.
Winter:
Ebenfalls zumeist SE-Wind, die heftigen Winterstürme kommen entweder aus N oder S. Temperaturen bewegen sich um 10°C, die Niederschläge halten sich in Grenzen.
Verpflegung/Einkaufsmöglichkeiten
Grundnahrungsmittel wie Brot, Mehl, Zucker, Salz, Eier und Milch findet man auch auf kleinen Inseln. Kleinere Supermärkte erweitern das Angebot. Richtig grosse Supermärkte sind selten, so findet man z.B. in Lakki auf Leros einen zweistöckigen Supermarkt mit eigener Fleischabteilung. Die Preise sind deutlich günstiger geworden als in den Jahren zuvor, dies fällt speziell nach der Verteuerung in der Türkei ins Auge.
Generell mässig ist das Angebot in frischen Artikeln wie Obst und Gemüse. Die offensichtlich importierte und gekühlte Ware hält meist gerade mal bis auf´s Schiff, um dann rapide zu welken. Ausserdem ist das Angbot begrenzt und bietet oft nur Basisnahrungsmittel wie Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten.
Günstig kauft man Alkoholika, speziell auf Leros und Rhodos, die noch eine Art Freihandelsstatus geniessen. Auch Schweinefleisch ist günstig, die Wurstwaren zwar nicht von deutscher Qualität, aber wert, probiert zu werden.
Wasser bekommt man an den Stegen zu horrenden Preisen, meist ist es aber kein Trinkwasser. Hier greift man auf Quellwasser zurück, wie z.B. in Lakki auf Leros, wo man am Steg nur Brackwasser bunkern kann, in der Stadt aber per Kanister feinstes Quellwasser holen kann.
Ungeziefer kommt schnell an Bord!
Ein grosses Problem in ganz Griechenland ist Ungeziefer, einschliesslich Ratten. Dies resultiert zumeist aus der ungenügenden Müllentsorgung auf den Inseln, das heisst, es stehen keine Müllcontainer zur Verfügung und bedauerlicherweise sammelt nicht jeder Yachtie seinen Müll bis zum nächsten Hafen. Somit ist das Rattenproblem quasi hausgemacht. Es ist ratsam, an Achterleinen und Landfesten Rattenfallen zu fahren, entweder in Form von fertig gekauften drehbaren Plastikscheiben oder man schneidet an einer 2l Colaflasche den Boden auf, um dann den Festmacher durchzuziehen. Die Flasche muss frei rotieren können, dann lernt die Ratte spätestens, wenn sie auf die Flasche tritt, das Schwimmen.
Nach Einkäufen sollten Biersteigen oder volle Milchkartons, überhaupt alle Kartons möglichst auf dem Steg geleert werden und die Dosen oder Tetrapacks einzeln aufs Schiff wandern. Nur so kann man evtl. eingeschleppte Kakerlaken erkennen und verhindern, dass diese auf´s Schiff kommen.
Fähren zwischen den Inseln
Zwischen allen Dodekanesinseln herrscht reger Fährverkehr, zumindest einmal wöchentlich (meist aber viel öfter!) wird auch der kleinste Fleck angesteuert. Auskünfte erhält man in den Häfen an den Fährpiers oder beim jeweiligen Hafenmeister, der auf Miniinseln durchaus schon mal mit dem Hafenkneipenwirt in Personalunion existieren kann.
Ausflüge ins Inselinnere
Auch ein Segelurlaub findet seine Abrundung in Ausflügen ins Landesinnere. Am schönsten "erfährt" man sich die Inseln mit einem Motorbike oder Auto, das man mieten kann. Bei Autos sollte man auf vollen Versicherungsschutz achten, oftmals besteht nur Haftpflicht, keine Kaskoversicherung! Preislich muss man bei Autos auf ca. 80 - 100 DM pro Tag gefasst sein, die Mopeds variieren zwischen 20 und 35 DM pro Tag für das schlichteste Modell, wobei in Lakki auf Leros ein Vermieter unschlagbar günstig für 10 DM pro 24 Stunden anbietet!
Jede Insel hat ihr eigenes Gesicht, jede Insel bietet in sich unterschiedliche Vegetationen und ist die Erkundung wert.
eigene Insellandkarten für:
Insel Kastellorizon
Insel Nisiros
Insel Kos
Insel Leros
Insel Patmos
Flughäfen
Neben den grossen Flughäfen Rhodos und Kos, die in den Sommermonaten von den grossen Fluggesellschaften angeflogen werden, gibt es noch lokale Inselflugplätze wie z.B. auf Leros oder Helikopterlandeplätze wie z.B. auf Chalki.
Copyright (C) 1999 Friedrich & Karin Gerkhardt
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